Pflegegeld 2026: Tabelle mit allen Beträgen je Pflegegrad
Pflegegeld 2026 pro Pflegegrad: 347, 599, 800 und 990 Euro im Monat. Tabelle mit Sachleistung, Entlastungsbetrag und weiteren Leistungen, Kombination mit dem Pflegedienst, Differenz bei zu niedrigem Pflegegrad und was für 2027 geplant ist.
Das Pflegegeld 2026 je Pflegegrad, laut Bundesgesundheitsministerium (BMG):
Pflegegeld-Tabelle 2026
| Pflegegrad | Pflegegeld pro Monat | Pflegesachleistung pro Monat (bis zu) |
|---|---|---|
| Pflegegrad 1 | – | – (Entlastungsbetrag einsetzbar) |
| Pflegegrad 2 | 347 € | 796 € |
| Pflegegrad 3 | 599 € | 1.497 € |
| Pflegegrad 4 | 800 € | 1.859 € |
| Pflegegrad 5 | 990 € | 2.299 € |
- Pflegegeld (ab Pflegegrad 2) gibt es, wenn Angehörige oder andere selbst organisierte Helfer zu Hause pflegen (§ 37 Abs. 1 SGB XI). Es geht an die pflegebedürftige Person, die es weitergeben kann.
- Pflegesachleistung ist das Budget für einen zugelassenen Pflegedienst, der direkt mit der Kasse abrechnet.
Weitere Leistungen 2026 im Überblick
Für alle Pflegegrade gleich:
- Entlastungsbetrag: 131 € im Monat
- Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: 42 € im Monat
- Wohnumfeldverbesserung: 4.180 € je Maßnahme
- Digitale Pflegeanwendungen: 40 € + 30 € Unterstützung im Monat
| Leistung | PG 1 | PG 2 | PG 3 | PG 4 | PG 5 |
|---|---|---|---|---|---|
| Tages- und Nachtpflege / Monat | –* | 721 € | 1.357 € | 1.685 € | 2.085 € |
| Verhinderungs- und Kurzzeitpflege / Jahr (gemeinsam) | –* | 3.539 € | 3.539 € | 3.539 € | 3.539 € |
| Vollstationäre Pflege / Monat | 131 € | 805 € | 1.319 € | 1.855 € | 2.096 € |
Alles, auch Rentenbeiträge und Wohngruppen-Zuschlag: BMG als PDF.
Pflegegeld und Pflegedienst kombinieren
Nutzt man den Pflegedienst teilweise, sinkt das Pflegegeld um den ausgeschöpften Prozentsatz der Sachleistung. Die Aufteilung gilt sechs Monate (§ 38 SGB XI).
| Beispiel Pflegegrad 3 | Betrag |
|---|---|
| Pflegedienst rechnet ab | 598,8 € von 1.497 € = 40 % der Sachleistung |
| Verbleibendes Pflegegeld | 60 % von 599 € = 359,4 € |
Pflicht: der Beratungsbesuch
- Mit Pflegegeld: Beratung zu Hause halbjährlich, bei Pflegegrad 4 und 5 vierteljährlich möglich (§ 37 Abs. 3 SGB XI).
- Mit Pflegegrad 1 oder Sachleistung: freiwillig halbjährlich.
Pflegegrad 1: kein Pflegegeld
Stattdessen: Entlastungsbetrag (§ 45b SGB XI), Hilfsmittel, Wohnumfeld-Zuschüsse. Pflegegrad 1 beginnt bei 12,5 Punkten, Pflegegrad 2 bei 27 – Pflegegrad-Punkte-Tabelle.
Was ein zu niedriger Pflegegrad kostet
| Statt … richtig wäre … | Differenz / Monat | / Jahr |
|---|---|---|
| PG 1 → PG 2 | 347 € | 4.164 € |
| PG 2 → PG 3 | 252 € | 3.024 € |
| PG 3 → PG 4 | 201 € | 2.412 € |
| PG 4 → PG 5 | 190 € | 2.280 € |
Nachzahlung nach erfolgreichem Widerspruch
Leistungen gibt es ab Antrag (§ 33 Abs. 1 SGB XI). Ändert die Kasse nach einem Widerspruch ihre Entscheidung, zahlt sie die Differenz ab dem ursprünglichen Antrag nach:
- Antrag im Juni, Bescheid Pflegegrad 2.
- Nach Widerspruch im Oktober: Pflegegrad 3.
- Nachzahlung Juni bis Oktober: 5 × 252 € = 1.260 € (wenn die Voraussetzungen schon im Juni vorlagen).
Über den Erfolg entscheidet die Kasse im Einzelfall.
Tragen Sie die Einstufungen aus dem Gutachten in den kostenlosen Pflegegrad-Rechner ein: Sie sehen die Punkte je Modul, den Pflegegrad und wie viel bis zum nächsten fehlt.
Pflegegrad im Gutachten nachrechnen →Pflegegeld 2027: was feststeht und was geplant ist
- Geltendes Recht: Die Beträge steigen das nächste Mal zum 01.01.2028 (§ 30 Abs. 1 SGB XI); ohne Gesetzesänderung bleibt 2027 alles gleich.
- Regierungsentwurf Pflegeneuordnungsgesetz: ab 01.01.2027 „im Umfang eines Entlastungsbudgets“ 380 / 630 / 890 / 1.080 € (PG 2–5). Der Entlastungsbetrag bei Pflegegrad 1 soll durch eine Pflegebegleitung ersetzt werden (Gesetzentwurf, Kabinett 30.09.2026).
Kostenlose Beratung: Pflegestützpunkte, Pflegeberatung der Kasse, für Mitglieder VdK oder SoVD.
Häufige Fragen
Wie hoch ist das Pflegegeld 2026?
347 € (Pflegegrad 2), 599 € (3), 800 € (4), 990 € (5) im Monat (§ 37 Abs. 1 SGB XI). Mit Pflegegrad 1 gibt es keines.
Gibt es 2026 eine Erhöhung des Pflegegeldes?
Nein, es gelten die Beträge vom 01.01.2025. Die nächste Anpassung ist zum 01.01.2028 vorgesehen (§ 30 Abs. 1 SGB XI).
Wie hoch ist das Pflegegeld 2027?
Nach geltendem Recht unverändert. Der noch nicht beschlossene Regierungsentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes sieht 380 / 630 / 890 / 1.080 € vor (Stand 15.10.2026).
Kann man Pflegegeld und Pflegedienst kombinieren?
Ja. Das Pflegegeld sinkt um den genutzten Anteil der Sachleistung; die Aufteilung gilt sechs Monate (§ 38 SGB XI).
Wird Pflegegeld nachgezahlt, wenn der Widerspruch Erfolg hat?
Ja, ab dem ursprünglichen Antrag (§ 33 Abs. 1 SGB XI).
Bescheid und Gutachten fotografieren: Sie sehen kostenlos, bis wann der Widerspruch da sein muss, und ob die Punkte im Gutachten richtig zusammengezählt sind. Den kurzen Brief zur Fristwahrung gibt es gratis. Das vollständige Schreiben mit Begründung kostet 99 € einmalig.
Kostenlos prüfen →Quellen
Alle Angaben geprüft am an den Originaldokumenten.
- Leistungsansprüche der Versicherten im Jahr 2026 an die Pflegeversicherung im Kurzüberblick – Bundesministerium für Gesundheit, Stand 04.11.2025
- § 37 SGB XI – Pflegegeld – Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, zuletzt geändert 24.07.2026
- § 38 SGB XI – Kombinationsleistung – Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, zuletzt geändert 24.07.2026
- § 45b SGB XI – Entlastungsbetrag – Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, zuletzt geändert 24.07.2026
- § 33 SGB XI – Leistungsvoraussetzungen – Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, zuletzt geändert 24.07.2026
- § 30 SGB XI – Dynamisierung – Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, zuletzt geändert 24.07.2026
- Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung (Pflegeneuordnungsgesetz – PNOG), Gesetzentwurf der Bundesregierung – Bundesministerium für Gesundheit, Kabinettsbeschluss 30.09.2026
- Vorgang 340168: Pflegeneuordnungsgesetz – DIP – Dokumentations- und Informationssystem für Parlamentsmaterialien, abgerufen 14.10.2026: dem Bundesrat zugeleitet, noch nicht beraten
Dieser Ratgeber erklärt die Rechtslage allgemein. Er ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall – dafür sind z. B. Sozialverbände (VdK, SoVD), Pflegestützpunkte, Verbraucherzentralen oder eine Fachanwältin bzw. ein Fachanwalt für Sozialrecht da.